
Die fassbare Geschichte des Bürgerparks beginnt mit der ersten gartenarchitektonischen Maßnahme, dem Aushub des Emmasees am 28. Juni 1866.
Dem ersten Spatenstich vorangegangen war eine etwa einjährige Planungsarbeit der privaten bürgerlichen Initiative Comité zur Bewaldung der Bürgerweide“ mit dem Ziel auf dem nahezu baumlosen größten kommunalen Grundstück Bremens, der einstigen Gemeindeweide, einen Volksgarten“ einzurichten, der zur zwanglosen Begegnung aller gesellschaftlichen Schichten einladen sollte.
Die Bremer Bürgerweide diente über 800 Jahre als Landesallmende zum Viehauftrieb. Im sogenannten Weidebrief“ des Erzbischofs Hartwig I. wird 1159 das althergebrachte Weiderecht für alle Einwohner Bremens, Durchreisende, Geistliche und Laien, Arme und Reiche beurkundet.

In den besten Zeiten grasten zwischen 800 bis 1000 Kühe auf jener Bürgerviehweide“. Ursprünglich war diese etwa 450 ha groß und umfasste mehr als das Doppelte des Areals von Bürgerpark und Stadtpark. Infolge der Urbanisierung reduzierte sich der Viehauftrieb erheblich. Für das Jahr 1860 lassen sich gerade noch 154 Stück Vieh nachweisen. Die ländliche Bewirtschaftung der Weide nahm beständig ab, bis sie 1864 gar nicht mehr betrieben und über eine anderweitige Nutzung nachgedacht wurde.
Nach dem „Zweiten Deutschen Bundesschießen“ 1865 auf dem Gelände der Bürgerweide plante die Stadt weitere Veranstaltungen für „Bremens Reputation im Deutschen Reich“, doch das rasant wachsende Bremen brauchte auch Grünräumen. Urbane Natur wurde in Bremen anfänglich nur in den Wallanlagen erlebt. Der Ruf nach weiteren öffentlichen Erholungsflächen wurde laut.

Somit entstand der Wunsch Bremer Bürger auf dem nahezu baumlosen größten kommunalen Grundstück Bremens, der einstigen Gemeindeweide, einen Volksgarten“ einzurichten. Ein erstes Treffen fand hierzu unter dem Vorsitz des Bremer Kaufmanns und Mäzens Franz Schütte, sowie einiger Bremer Bürger am 25. September 1865 im Bremer Ratskeller statt. Da der Senat für dieses Vorhaben keinerlei finanzielle Mittel bereitzustellen gedachte, wurde schließlich eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen. Es formierte sich alsbald das Comité zu Bewaldung der Bürgerweide“, welches am 16. November 1865 gegründet wurde.
Zahlreiche Comité-Sitzungen folgten, in denen vor allem die Beschaffung notwendiger Gelder, sowie die Verhandlung mit renommierten Landschaftsgärtnern geregelt wurde. Der von Wilhelm Benque eingesandte Parkentwurf behauptete sich letztlich gegen die der anderen namhaften Landschaftsgärtner.
Nachdem ein ausgereiftes Programm vorlag und viel Geld in Form von Spenden der Bremer Bürger gesammelt wurde, richtete der Vorstand des Comités eine Eingabe an den Senat der Freien Hansestadt Bremen, mit dem Ansinnen, einen Teil der Bürgerweide seiner bisherigen Funktion zu entziehen und auf dieser Fläche ein städtisches Gehölz“ anzulegen.

1866 bekam das Comité von Senat und Bürgerschaft vorerst ein Gebiet von 76 ha Größe zugewiesen, dem 7 Jahre später weitere 60 ha folgten. So war es möglich geworden, dass am 28. Juni 1866 Wilhelm Benque mit 170 Arbeitern die Anlagearbeiten des Bremer Bürgerparks auf dem Gelände zwischen der heutigen Hollerallee und der Ringstraße aufnehmen konnte, die bis 1872 dauern sollten.
Dies war auch das Jahr in dem aus dem Comité der Bürgerparkverein hervorging, der sich bis heute selbstverwaltet um den Unterhalt des Bürgerparks kümmert. Alle Bauwerke sowie Bänke und viele Bäume sind Spenden Bremer Bürger und Freunde des Bürgerparks. So werden auch heute noch alle benötigten Geldmittel in Form von Spenden oder Zuwendungen aufgebracht.