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Parkhaus | Kaffeehaus am Emmasee | Meierei | Waldschlösschen


Die Meierei wurde 1883 von Wilhelm Benque fest in das Bild des Bürgerparks eingeplant. Als „dreiteilige Gebäudegruppe“ blieb die Meierei bis heute fast unverändert. Konzipiert wurde sie, wie der Name schon verdeutlicht, als schlichte, ländliche Molkerei mit Ausschank. Sie sollte zum Nutzen der Volksgesundheit sein, aber auch Geld in die Parkkasse bringen.

Die Gebäude beherbergten im Souterrain die Küche, Milchkammern, und die Käserei. Im Hochparterre lagen die Gasträume, der große Mittelsaal und seitlich je ein Damen- und ein Herrenzimmer. Darüber im Dachgeschoß waren die Pächterwohnung und die Bedienstetenräume. Die Remise im Hof hatte Platz für Wagen, Pferde und Geräte und im gegenüber liegenden Stall konnten 36 Milchkühe untergebracht werden.

Nach einer Geldspende des Parkmäzen Franz E. Schütte konnte 1881 die Meierei fertig gestellt werden und mit den ersten 12 Kühen als Molkereibetrieb eröffnen. Die Meierei Erzeugnisse Milch, Butter, Schichtkäse, Schlagsahne und vor allem Jogurt fanden nicht nur im Lokal guten Absatz, sondern wurden später zweimal täglich frei Haus geliefert.
Um den Betrieb rentabler zu gestalten wurden später noch Schweine dazu genommen und an dem 1883 fertig gestellten Wasserzug hinter dem Haus eine Bootsstation in Betrieb genommen. Zur Steigerung der Attraktivität baute man 1886 einen Affenkäfig. Mittelpunkt wurde der Meierei-Garten mit dem Taubenschlag und besonderen floralen Anpflanzungen. Mineralbrunnen-Kuren, Bootsilluminationen und Musikdarbietungen im Freien machten die Meierei über die Landesgrenzen hinaus zum „Etablissement 1. Ranges“.

1900 mussten die Stallungen nach Publikumsbeschwerden und Anforderungen behördlicher Weisungen aufgegeben werden und sollten in einen gegenüber liegend geplanten Wirtschaftshof umgesiedelt werden. Die hohen Kosten konnten jedoch über die Pacht nicht gedeckt werden, so dass die Meierei-Milchwirtschaft ein frühes Ende fand. Die so genannte Meierei-Villa wurde an einen anderen Pächter gegeben, der einen Vorzugsmichbetrieb an der Parkstraße, Ecke Busestraße, aufbaute.

Der Restaurationsbetrieb blieb bestehen und wird heute geleitet durch das Parkhotel. Im Garten wurde anstelle des Taubenschlags 1904 die Marmorplastik „Geschwister oder der erste Schritt“ durch eine Spende von Franz E. Schütte aufgestellt, die 1945 zerstört wurde. Auf den Sockel stellte der Bürgerpark Verein eine Arbeit des Bildhauers Dausch „Jüngling und Schicksalsgöttin“.

2002 wurde die Außenfassade renoviert und die Farbgebung nach Originalplänen wiederhergestellt.